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Die Abschrift | Kapitel 1

Genres: Thriller

Der Fund

Im Jahr 2011 wurde in Namibia im fernen Afrika neben einigen Artefakten bei einer Ausgrabung ein Schriftstück entdeckt. Neben einigen Artefakten, war dieses Schriftstück ebenso alt wie selten. Durch die besonderen Bedingungen der Lagerung konnte das Pergament die Zeit überdauern. Das Schriftstück wurde mit der Kennung TEXT-NAM-2011-00043 versehen.  Das Schriftstück war nicht mehr als eine heutige DIN A4 Seite und wurde direkt ins nationale Amt für Sprachforschung in den USA überstellt. Aufgrund besonderer Umstände sollte der Fund des Dokumentes für interne Forschungen erstmal geheimgehalten werden. Und so wurde im Forschungsbericht später nur vermerkt:

„Peperkorrel liegt auf dem Fram Peperkorrel, Distrikt Windhoek, etwa 78 Meilen SE von Windhoek. Das lithische Material war ein Aufschluss am Südhang des westlichen Hügels und ist der Lupemban-Industrie zuzuordnen. Bei den Artefakten handelt es sich um reine Oberflächenfunde. Es gibt keine Ablagerungen im eigentlichen Sinne. Der Fundort wird als Fabrikstandort interpretiert.“

Durchführender Professor war Dr. Charles Peynford. Peynford selbst hatte gerade selbst seine erste Professur an der Universität von New York für veraltete Sprachen erhalten. Mit 24 Jahren war er der jüngste Professor und konnte sich mit diesem atemberaubenden Fund direkt einen Namen in der forschenden Welt machen.

Zu dieser Zeit wurde diese Schrift archiviert und weitergehend untersucht. Eine Übersetzung des Schriftstücks konnte nicht angefertigt werden, da es bislang keinerlei Anhaltspunkte für die Sprache gab. Während dieser Zeit wurde das Dokument vergessen, bis ein Supercomputer der all diese Dokumente automatisch erfasst und an einer Übersetzung arbeitet mitmal die erfolgreiche Übersetzung des Dokumentes bestätigte. Findet das Programm eine mögliche Übersetzung eines archivierten Dokumentes wird eine Abschrift in unserer Sprache erstellt, diese wird als komprimierte Datei in einem Forschungsarchiv hinterlegt. Zudem wird das Dokument als übersetzt markiert und für eine weitere Bearbeitung zurückgestellt.

Dieser Vorgang wird in aller Regel nicht durch einen Menschen täglich überwacht. In einem monatlichen Bericht erhält der wissenschaftliche Rat der Universität eine Zusammenfassung der erreichten Lösungen. Doch am 06.04.2024 kam es im Zentralen Rechenzentrum zu einem Zwischenfall. Bei diesem Zwischenfall hatten Unbekannte einen direkten Zugriff auf die neusten Ergebnisse der Auswertungen. Bei diesem Vorgang, der nur eine Minute dauerte wurden alle Informationen dieses Dokumentes aus den Archiven gelöscht. Die übersetzte Abschrift wurde von einem unbekannten Akteur heruntergeladen.  Als dieser Vorgang bemerkt wurde, hat man sofort die Ermittlungen aufgenommen. Dass es sich hier nicht um einen Zufall handelte bestätigte sich dann nur Stunden später. Das originale Pergament war ebenfalls aus den Archiven verschwunden. Da es nach seiner Archivierung eigentlich nur noch Digital überarbeitet wird, ist es in der Regel auch nie nötig das Dokument nochmal weiteren Beschädigungen auszusetzen. Es vergingen 2 Monate und keine Fortschritte wurden erzielt. Alle Unterlagen dieses Schriftstückes waren spurlos ohne jegliches Ergebnis verschwunden.

Die Unbekannten Akteure wussten aber nicht das Dr. Peynford schon im Jahr 2011 eine eigene Abschrift in der Landschaft Namibias in seinem Zelt anfertigte und diese zu seinen persönlichen Akten legte. Die ganzen Jahre über lag diese handgefertigte Abschrift in seinem Handbuch für die Kulturen in Afrika und Namibia. Als Peynford in diesen Tagen über die Vorfälle nachdachte und in seinem Sessel vor dem Kamin saß, fiel ihm seine eigene handgefertigte Abschrift wieder ein. Er ging zu seinem Bücherregal, welches seit Jahren schon aus allen Nähten platzte und holte das Buch hervor. Seit 2011 hatte er es nicht mehr aus seinem Regal gezogen. Er schlug es auf und da war sie. Seine Zettel, die mit einigen Anmerkungen ganz genau das Pergament widergaben. 

Peynford setzte sich an diesem Abend an seinen Schreibtisch und legte die Zettel auf den Tisch und schaltete das Licht an. Es war sein erster großer Durchbruch bei einer Ausgrabung. Diese Entdeckung hatte ihm damals viele weitere Türen zu Forschungen geöffnet. Die ganze Nacht verbrachte er nun damit herauszufinden, was dieses Dokument besonderes enthielt. Denn immerhin haben sich die Hacker ganz gezielt nur für dieses besondere Schriftstück interessiert. Alles andere, jede einzelne Arbeit der letzten 20 Jahre blieb unberührt, dass hatte ein Team von Spezialisten feststellen können. Am Morgen wurde Peynford vom Klingeln seines Telefons geweckt. Er ging ran und merkte schon beim Blick auf die Uhr, dass er seine Vorlesung heute versäumt hatte. Er sprach mit seinem guten Freund und Dekan Dr. Erik Ipsfield, ob er ihn die kommende Woche bei seinen Vorlesungen vertreten könnte. Peynford sagte ihm auf die schnelle nichts von dem Dokument welches er bei sich wieder entdeckt hat, sondern führte wichtige Recherchen zu einigen Themen an, um seine Abwesenheit zu rechtfertigen.

Als Peynford aufgelegt hatte wollte er sich grade an den Schreibtisch zurück begeben. Er schaute aus dem Fenster und sah dort zwei Männer in Anzügen aus einem schwarzen SUV steigen. «Das sieht aber sehr nach FBI aus.» sagte Peynford so vor sich hin und überlegte schnell. Dann schob er seine Abschrift wieder in sein Buch und legte das Buch in eine seiner Schubladen. Da klingelte es auch schon an der Tür. Der Professor ging zur Tür und öffnete und bat die beiden herein.

«Hallo Dr. Peynford, wir sind hier wegen der verschwunden Abschrift hier. Mein Name ist Agent Tobyr und das ist Agent Hubbert. Wir haben einige neue Erkenntnisse und wollten gerne wissen, ob Sie etwas damit anfangen können.» sagte der eine Mann und nahm seine Sonnenbrille ab als Peynford die Haustür schloss.

«Neue Erkenntnisse? Kommen Sie, setzen wir uns erstmal. Kann ich Ihnen einen Kaffee anbieten?» Fragte Peynford und führte die beiden Agenten des FBI in das Wohnzimmer. Die beiden setzten sich und verneinten den Bedarf von Kaffee.

Peynford setzte sich den beiden gegenüber und musste zuvor noch einige Bücher von seiner Couch nehmen, die dort lagen um sie wegzusortieren. «Welche Erkenntnisse haben Sie denn? Wie kann ich Ihnen damit weiterhelfen?» fragte Peynford und deutete eine große Hilfsbereitschaft an.

«Nun wir haben ja leider keinerlei Indizien worum es in diesem Dokument ging. Und leider gibt es auch keine Kopie mehr des Dokumentes. Aber wir konnten den Hackerangriff zu einer Gruppe zurückverfolgen die im engeren Kontakt mit der Gruppe „Human Explorers in Danger“ stehen» führte Agent Tobyr an. «Sagt Ihnen diese Gruppe irgendwas? Sie soll wohl im südlichen Afrika und auch in Süd Amerika sehr aktiv sein.» fügte Agent Hubbert hinzu.

Peynford überlegte kurz: «Diese Gruppe sagt mir gar nichts. Ich kann aber mal in meinen Unterlagen und Archiven recherchieren.» und überlegte dabei ob er den Männern vom FBI etwas sagen sollte von seinen persönlichen Abschriften. Schließlich beschloss er darüber vorläufig zu schweigen.

«Das wäre sehr nett. Könnten Sie uns bitte informieren, sollten sich bei Ihnen neue Erkenntnisse ergeben. In unseren FBI-Datenbanken ist über diese Gruppe bisher nichts bekannt.» führte Hubbert aus und die beiden standen schon wieder von der Couch auf. Auch Peynford stand auf und brachte die beiden wieder zur Tür. An der Tür übergab Hubbert ihm noch eine Visitenkarte.

Als die beiden das Haus verlassen hatten, schaute Peynford noch eine Weile auf die Visitenkarte in seiner Hand und überlegte. Er musste wohl nochmal nach Namibia reisen um dort seine Nachforschungen fortzusetzen. Langsam ging er wieder zum Schreibtisch und holte seine Abschriften wieder aus der Schublade. Er öffnete seinen Laptop und durchsuchte schließlich seine Archive nach den Human Explorers in Danger. Leider gab es wie er es schon erwartet hatte, keinerlei Ergebnisse. Peynford lehnte sich in seinem gemütlichen Bürosessel weit zurück und schaute an die Decke. Das FBI schien an diesem Fall mehr als nur Interessiert zu sein. Peynford wurde den Verdacht nicht los, dass hier deutlich mehr an diesen wenigen Zeilen dran war, als er es sich vorstellen konnte. Er konnte die Schriften nicht in den Super Computer seiner Universität einspeisen. Zu Unsicher war es ihm. Denn schließlich haben diese Unbekannten ohne eine Veröffentlichung von diesen Dokumenten erfahren.

Peynford verbrachte den restlichen Tag damit seine Unterlagen zu verschiedenen Sprachmustern zusammen zu suchen. Außerdem buchte er sich eine Flugreise nach Windhoek. Morgen sollte es losgehen. Auch seine Universität informierte er umgehend, dass er die nächsten 2 Wochen auf einer Forschungsreise sein würde. Die restliche Zeit verbrachte er damit seine alten Kontakte in diesem wunderschönen Land zu reaktivieren.

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Sieben Wörter Sam und die Suche nach dem achten Wort.

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